Mit dem Projekt „Unterwegs“ sollen nach dem Projektstart im Laufe des Jahres 2010 Multiplikatorinnen aus dem Kiez qualifiziert werden, welche die Bewohnerinnen und Bewohner dort ansprechen, wo sie sind: Auf dem Spielplatz, in der Kita, in der Schule, im Einkaufszentrum, im Kiez. Darüber hinaus werden die Teilnehmerinnen Netzwerke zwischen den einzelnen Einrichtungen schaffen und Sonderveranstaltungen für die Bewohnerinnen und Bewohner planen und durchführen. Es geht einerseits um die zertifizierte Qualifizierung und Beschäftigung von 10 arbeitssuchenden Frauen, andererseits um die weitere soziale Entwicklung des Kiezes und zudem um das Erreichen von tendenziell isoliert lebenden Familien auch mit Migrationshintergrund. Nach 6monatiger erfolgreicher Qualifizierung werden die Teilnehmerinnen 12 Monate im Kiez unterwegs sein. Am Ende des Projektes wird von den Teilnehmerinnen eine berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin angestrebt oder die Tätigkeit in einem vergleichbaren Berufsfeld.
Im Rahmen des Kiezmanagements gelang es im Zeitraum Oktober-Dezember 2009, die Träger FamilienANlauf und Verein für ambulante Versorgung mit Mitteln für die Konzeption für „Unterwegs“ auszustatten (Programm: Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften, Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung).
Für 2010 werden für die sozialpädagogische Begleitung der Teilnehmerinnen Mittel des Jugendamtes Lichtenberg bereitgestellt, für die Qualifizierung werden ESF-Mittel (Europäischer Sozialfonds) über comovis GbR bereitgestellt und zur Durchführung der Maßnahme ab 2011 stellt das Jobcenter Lichtenberg Mittel zur Verfügung.
Das Ziel des Projekts „Unterwegs“ ist die Schaffung eines Angebots, mit dessen Hilfe Familien ermutigt und befähigt werden, ihr Selbsthilfepotential auszubauen, sich gegenseitig nachbarschaftlich zu unterstützen und damit auch in schwierigen und problematischen Lebens- und Erziehungssituationen nicht in Isolation zu geraten, sondern vielmehr die bereits vorhandenen Möglichkeiten und Ressourcen in ihrem Lebensraum mehr und mehr zu nutzen. Damit wird auf das Phänomen reagiert, dass Familien, insbesondere junge Mütter in sozial ungünstigen Verhältnissen tendenziell aus Gründen der Hoffnungslosigkeit und der Scham zur Isolation neigen. Sie sind durch die derzeit vorhandenen Angebote nicht zu erreichen. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes immobil.
Die Arbeit der Projektteilnehmerinnen richtet sich an Familien mit kleinen Kindern bis zum Grundschulalter, die sich mehr Informationen und Anregungen zu verschiedenen Themen rund um die Entwicklung und Erziehung von Kindern wünschen. Das Projekt ist auch interessant für alle sozialen Einrichtungen, die mit Familien mit kleinen Kindern arbeiten und Multiplikatorinnen brauchen, um Familien besser erreichen zu können. Dazu gehören insbesondere die umliegenden Familienzentren und Kitas, zu denen die Projektteilnehmerinnen durch die Qualifizierungsmaßnahme enge Kontakte aufbauen werden.
Tätigkeitsfeld- Aufgaben der Projektteilnehmerinnen ab Januar 2011:
Info-Weitergabe an Familien im Kiez/Vorbildfunktion
Wissen rund um die Erziehung von Kindern als Multiplikatorin weitergeben
Informationen über Unterstützungsangebote weitergeben
Mitarbeit in Familiencafés und an Infopoints
Organisation von Informationsveranstaltungen und Freizeitaktivitäten