An mindestens drei Stellen in der Analyse des Quartiers kristallisiert sich eine generativ zu erfassende Zielgruppe, nämlich junge Menschen in der Altersgruppe zwischen 7 und 27 heraus. Erstens können Neu-Hohenschönhausen im Allgemeinen und der Welsekiez im Speziellen als ein Gebiet gelten, in welchem sich nach der Phase 1985/90 erneut junge Familien ansiedeln. Diese jungen Familien unterscheiden sich allerdings von der sozial heterogenen Erstbeziehergeneration durch eine tendenziell schwächere soziale Lage. Zweitens sind in vorhergehenden Konzepten Kinder, Jugendliche und junge alleinerziehende Mütter als besonders relevant im quartiersbezogenen staatlichen Handeln benannt worden. Auch im Hinblick auf die Integration von Bewohnern migrantischen Hintergrunds werden Menschen der Altersgruppe bis 27 Jahre im Zusammenhang mit Spracherwerb und Ausbildung benannt. Drittens ergibt die Stärken-Schwächen-Analyse ein besonderes Potenzial in dieser Altersgruppe. Bei den Jüngeren ist es präventiv möglich, diese bei ihrer selbständigen Integration in die Gesellschaft zu unterstützen. Im Idealfall bedeutet dies eine Vermeidung einer Wahrnehmung des Scheiterns bzw. lässt sich direkt an „Scheiter-Erfahrungen“ intervenierend ansetzen, so dass Verbitterung und Isolation präventiv vermieden werden. Außerdem durchlaufen Menschen unter 27 Jahre „kritische“ Phasen der Lebensplanung (z.B. Schulkarriere, Ausbildung, Familiengründung, Arbeitsplatzsuche), wofür es im Quartier ausreichend endogene Potenziale für die Hilfe zur Selbsthilfe gibt, an welchen dieser Handlungsschwerpunkt anknüpfen kann. Das gilt insbesondere für die vorschulische Betreuung, wo kein quantitativer Handlungsbedarf besteht. Worauf es in diesem Handlungsschwerpunkt ankommt, ist die Verzahnung dieser Angebote, so dass schneller und gezielter einem jungen Menschen im Quartier etwaige Hilfe angeboten werden kann; aber auch, dass die vorhandenen Angebote besser wahrgenommen werden, sowohl durch dessen bessere Vermarktung als auch durch den Multiplikatoreffekt der Verzahnung an sich. Gleichzeitig sollen „Lücken“ erkannt werden, welche als „Barriere“ oder „Box“ wirken, aber in „Katapulte“ umgewandelt werden können. Ökonomisch betrachtet soll eine Effizienzsteigerung durch eine Nutzungsintensivierung der Angebote und einen verbesserten Output bei mindestens gleichem (öffentlichen) Input erreicht werden.
Die Operationalisierung der Arbeit in diesem Rahmenschwerpunkt erfolgt wie folgt:
Standorte der sozialen Infrastruktur im Welsekiez und entlang der Falkenberger Chaussee: