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  • Der Welsekiez

    Das Gebiet liegt im südöstlichen Quadranten der Groß-Siedlung Neu-Hohenschönhausen und wird stadträumlich durch den als Barriere wirkenden Eisenbahnaußenring und die Falkenberger Chaussee von den übrigen Großsiedlungsteilen abgegrenzt. Im Süden grenzt das Landschaftsschutzgebiet Falkenberger Krugwiesen als Naherholungsgebiet an. In dem Bereich befinden sich ca. 7.700 WE, die ausschließlich in industrieller Plattenbauweise errichtet wurden und die etwa zur Hälfte in 11-geschossigen (vorrangig im nördlichen Teil entlang der Falkenberger Chaussee) und zur anderen Hälfte in 5- bzw. 6-geschossigen Wohnhäusern liegen. Fast der gesamte Wohnbestand wurde in den neunziger Jahren saniert. Signifikante Leerstände sind nicht bekannt.

    luftbild2009

    Luftbild 2009 (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, 2009)

    Nach deutlichen Verlusten Mitte der 90iger Jahre hat sich die Einwohnerzahl in den letzten Jahren ist der Einwohnerrückgang in den letzten Jahren gebremst. Die Versorgung mit wohnungsbezogenen Gemeinbedarfseinrichtungen ist trotz der vollzogenen Schließungen von mehreren Kitas und Grundschulen weiterhin gewährleistet, die Grundversorgung mit Einzelhandels- und sonstigen Dienstleistungseinrichtungen (wie z.B. Ärzteversorgung) ist gegeben. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz ist überwiegend als gut zu bezeichnen, allerdings liegen Randbereiche der Siedlung deutlich außerhalb der üblichen Einzugsradien der öffentlichen Verkehrsmittel. In den letzten Jahren sind in dem Gebiet durch den Einsatz von Fördermitteln (WUM, Stadtumbau Ost) mehrere Maßnahmen zur Aufwertung des öffentlichen Raumes durchgeführt worden, weitere Projekte sind beabsichtigt.
    Während bis Ende der 90iger Jahre im Gebiet keine besonders auffallende negative Entwicklung in der Bewohnerstruktur festzustellen war, hat sich dies in den letzten Jahren wesentlich verändert. Festzustellen ist eine deutliche Steigerung der Zahl der Arbeitslosen und der Zahl der Empfänger von (sonstigen) Transferleistungen.
    Der Bericht Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2007 kommt zu dem Ergebnis, dass u.a. für die Verkehrszelle 1752 (Biesenbrower Straße) bei niedrigem sozialen Status deutliche Verschlechterungen fast aller betrachteten Indikatoren festzustellen sind. Diese (auch die Verkehrszelle 1761 Ribnitzer Straße) gehören im gesamtstädtischen Vergleich zu den Verkehrszellen im den schlechtesten „Dynamikindikatoren“. Auf S. 70 des Endberichts kommen die Verfasser zu dem Schluss, dass „die Situation … aufgrund der Informationen, die durch die neu eingeführten gesetzlichen Regelungen bezüglich der Transferabhängigkeit der dort lebenden Bevölkerung sichtbar werden, aufgrund der Prekarität der sozialen Lagen und der sozialen Problemkonstellationen als deutlich problematischer bewertet werden muss“, als dies 2004 auf der Basis der Statistiken nach der alten Sozialhilfegesetzgebung noch der Fall war“.
    Durch die Aktualisierung dieser Zahlen im Rahmen des bezirklichen Stadtteilmonitorings wird diese Entwicklung aktuell bestätigt. So beläuft sich mit Datenstand 31.12.2008 die Zahl der Arbeitslosen pro 100 EW auf 14,8 % (Planungsraum 4) bzw. 13,2 % (Planungsraum 5) pro 100 EW der 15-65 Jährigen EW und liegt damit deutlich über dem bezirklichen (10,7 %) bzw. Gesamtberliner (9,4 %) Durchschnitt. Diese überdurchschnittlichen Bevölkerungsanteile treffen auch bei Betrachtung der Indikatoren Arbeitslose unter 25 Jahren, Langzeitarbeitslose, Anteil der Empfänger von Existenzsicherungsleistungen nach SGB II und insbesondere bei Betrachtung der Empfänger von Existenzsicherungsleistungen unter 15 Jahren zu (vgl. Anhang). Beim Vergleich der Zahlen 2007 zu 2008 wird deutlich, dass zwar in fast allen Kategorien ein leichter Rückgang der Zahl der Arbeitslosen- bzw. Existenzsicherungsempfänger festzustellen ist, der Rückgang aber erheblich hinter der gesamtstädtischen Entwicklung zurückblieb.
    Im Sozialstrukturatlas 2008 werden für die beiden Planungsräume 4 und 5 der Sozialindex SI I mit Werten -0,9425 bzw. -0,9047 (Gesamtberliner Durchschnitt = 0) errechnet. Die Planungsräume belegen damit die Ränge 337 bzw. 335 von 447 Berliner Planungsräumen. Die negative Entwicklung wird besonders deutlich bei Betrachtung des Sozialindex SI (∆t) R mit Werten von -53,5 bzw -51,5.
    Angesichts der oben geschilderten Problemlagen und der negativen Entwicklungstendenz besteht ein großer Handlungsbedarf für eine zeitnahe Umsetzung von Maßnahmen zur sozialen Stabilisierung des Gebietes.

    Stand 12.04.2011 | Nach oben
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